Konflikte in Paarbeziehungen während der Corona-Krise

Konflikte in Paarbeziehungen während der Corona-Krise

 

Wir alle haben in diesem Jahr mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen, vor allem auch im privaten Bereich. Die persönlichen und sozialen Kontakte wurden (und werden) weiterhin massiv eingeschränkt, was bei vielen Menschen zu Einsamkeit und Isolation führen kann. Aber auch Paare stehen auf einmal vor unbekannten Herausforderungen, die nicht zu unterschätzen sind. Der normale und gewohnte Ablauf im persönlichen Zusammenleben kann plötzlich völlig anders sein, vielleicht ist der Partner in Kurzarbeit, seit Wochen im Home-Office oder die Stelle wurde gekündigt. Finanzielle Sorgen sind eine direkte Folge dieser Krise, und auch die Angst, wie es in Zukunft weitergehen soll. Bei Paaren mit Kindern sind die Nerven durch die ungewisse Situation in der Kinderbetreuung angespannt. Im Home-Office kann man die Kinder nicht gleichzeitig adäquat betreuen, mit Erkältungssymptomen, die im Herbst beinahe zum Alltag gehören, dürfen sie weder in die Kita noch in die Schule, die Urlaubstage sind aufgebraucht und Home-Schooling neben dem Job und Hausarbeit fordert Eltern zusätzlich extrem.

Wie sollen in dieser extremen Zeit die eigene Partnerschaft und Zweisamkeit nicht zu kurz kommen? Durch die ungewohnten zusätzlichen Belastungen und das angespannte Nervenkostüm ist es noch schwieriger, in einem ruhigen und konstruktiven Dialog miteinander zu bleiben. Wir alle streben nach einer erfüllten Partnerschaft, deren Basis aus Liebe, Vertrauen, Verständnis und Geborgenheit besteht.
Wenn wir diese Komponenten in unserer Beziehung und im Partner finden, steigern sich unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität.
Doch in jeder noch so guten Partnerschaft kann man plötzlich oder schleichend in unbefriedigende Problem- und Konfliktsituationen geraten, die man ohne Hilfe nicht als solche erkennen und lösen kann.

Partnerschaften sind dann in Gefahr, wenn kein Austausch und keine Kommunikation mehr stattfindet und nur noch Schuldzuweisungen zum Tragen kommen. Insbesondere in der aktuellen Situation sind Dinge schnell gesagt, die man nicht mehr zurücknehmen kann. Die Folge sind kleinere und größere Verletzungen, die im alltäglichen Stress nicht mehr zur Sprache kommen und nicht mehr bearbeitet werden. Es kommt zu einer innerlichen Distanzierung und Gefühlen wie Enttäuschung, Wut oder Verbitterung, die die Partnerschaft langsam vergiften.
Die meisten Paare trennen sich dann sehr häufig zu früh, ohne die Ursachen für das Auseinanderleben oder die aktuelle Krise betrachtet und aufgelöst zu haben.
Denn Krisen gehören zu jeder Partnerschaft dazu und schafft ein Paar es, diese gemeinsam zu meistern, kann dies die Partnerschaft ungemein bereichern.

 

In einer Paartherapie oder Eheberatung hat man die Möglichkeit, mit Unterstützung einer außenstehenden Person wieder ins Gespräch zu kommen und:

  • den Blickwinkel auf entstandene Probleme zu verändern oder
  • Verständnis für den Partner und seine Sichtweise entwickeln zu können,
  • neue Beziehungskompetenzen und Autonomie in der Beziehung zu erreichen
  • Konflikte gemeinsam lösen zu lernen.

Jede Krise ist immer auch eine Chance für das Wachstum der Partnerschaft, eine Chance, der Liebe eine neue Dimension zu geben und aus der Krise als Paar gestärkt hervorzugehen.

Getrennt ist man schnell, zusammenbleiben und in Krisenzeiten wie jetzt zusammenzuwachsen ist die Kunst!